| PRO·GRESS XVI |
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„Ich bin ja nicht verrückt!“
Seelische Gesundheit und Straßenverkehr - Intervention und Prävention -
PRO·NON e.V. veranstaltete vom 11. bis zum 12. November 2011 seine diesjährige Fachtagung. Rund 50 Fachleute lauschten drei spannenden Vorträgen und diskutierten anschließend ausgiebig. Hauptthema war die Person des Verkehrsauffälligen. Wo zwischen „gesund“ und „krank“ im orthodoxen Sinne ist er anzusiedeln? Wo liegen die Hauptursachen seiner im Verkehrsverhalten deutlich werdenden Störungen? Welche Möglichkeiten bestehen erfolgreich therapeutisch zu intervenieren? Die Verkehrspsychologie hat es aus den unterschiedlichsten Gründen bisher versäumt, die Person des Verkehrsauffälligen in konstruktiver Art und Weise zu definieren. Diese Definition ist - im Hinblick auf gesamteuropäische Strömungen im Verkehrsbereich und im Interesse eines profunderen Verständnisses in der Bevölkerung, bei den Behörden und beim Gesetzgeber - nunmehr überfällig. Wir wollten durch Informationen von fachkompetenter Seite einen konstruktiven Beitrag zum Verständnis dieser Personengruppe leisten. Daher hatten wir ausgewiesene Vertreter des Mental-Health-Ansatzes, der Somatopsychik, der Psychotherapie und der Begutachtung als Referenten eingeladen. Der Erfolg von Interventionsmaßnahmen dürfte ganz wesentlich davon abhängen, ob diese zum jeweiligen Prozesszustand, irgendwo zwischen „gesund“ und „krank“, des Klienten passen. Die veröffentlichten Evaluationsergebnisse über die Rückfall-quoten belegen, dass diese Passung bei weitem nicht immer gegeben ist. Der gegenwärtige Trend zur mehr oder weniger standardisierten „Gruppenmaßnahme“ ist vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse kritisch auf seine Auswirkungen zu prüfen. Die Fachtagung bot die Möglichkeit, an drei Beispielen mit sehr unter-schiedlicher theoretischer Ausrichtung mitzuverfolgen, wie eine individuums-zentrierte, an den jeweiligen Prozesszustand der Klienten angepasste, an den Störungsursachen ansetzende Intervention arbeitet.
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